Ski-O bei den WWMG 2020: nichts für schwache Nerven!

Im Rahmen der WWMG 2020 (WinterWorldMastersGames, die olympischen Spiele der Mastersklassen) in und um Innsbruck fanden erstmals auch Ski-O-Bewerbe statt. Mastermind und Hauptverantwortlicher war diesmal Adrian, der mit dem bewährten Team des OII diese Mammutaufgabe stemmte. Gott sei Dank gibt es beim OII viele kreative, verantwortungsfreudige, organisationserfahrene, risikoaffine, stressresistente, gut vernetzte, durch nichts zu erschütternde, Urlaubstage verwendende, OL-fanatische und, und, und,… Köpfe, die gemeinsam wieder einmal in der Lage waren ein eindrucksvolles Event auf die Beine zu stellen. Bei insgesamt 249 gemeldeten Teilnehmer*innen ab einem Alter von 30 Jahren starteten alleine in den Altersklassen D/H 70/75/80 und 85 Jahre 42 Sportler*innen!

Einen ersten Eindruck über das, was uns Wettkämpfer*innen erwarten würde bekamen wir schon beim Model-Event im Seefelder Auland: die allgemeine Schneearmut, das Tauwetter untertags sowie die nächtlichen Minusgrade schufen eine durchwegs herausfordernde Basis für vor allem langlauftechnisch anspruchvollste Bahnen um Seefeld und auf der Wildmoosalm. Waren beim Sprint noch ca. 60% der Route auf breiten Loipen zu bewältigen, so sank deren Anteil vor allem auf der Langdistanz deutlich. Die Skidofahrer taten im Vorfeld ihr Bestes und waren unermüdlich – soweit vom Tourismusverband erlaubt – unterwegs. Volunteers schaufelten Schnee in die Spuren und Ski-Oler scheinen insgesamt hart im Nehmen zu sein. Mir persönlich drängte sich der Eindruck auf, dass es offensichtlich Sportler*innen gibt die wohl schon mit Langlaufskiern an den Füßen geboren werden. Anders kann ich mir die unglaubliche Sicherheit und fahrtechnische Fertigkeit einiger Ski-Oler*innen im Gelände nicht erklären. Beim Aufwärmen für die Langstrecke kam mir eine Teilnehmerin wedelnd (!) auf LL-Skiern entgegen. Und so manche enge Kurve würden Alpinschiläufer*innen mit Stahlkanten auch nicht anders bewältigen. Abseits der breiten Loipen zeigte sich nicht nur, wer über entsprechende fahrerische Qualitäten sondern auch über entsprechende Courage und Selbstvertrauen verfügt. „Wird schon gut gehen“, scheint eine durchaus gängige Einstellung gewesen zu sein, mit der so manche Bewerber*in die Herausforderungen des Geländes und der Schneeverhältnisse bewältigte. In einem Alter, in dem andere bereits über die optimale Griffhöhe ihrer Gehhilfen diskutieren, stürzte sich manche*r Teilnehmer*in einer höheren Altersklasse in Abfahrten, die ich persönlich laufend – mit Ski in der Hand tragend – bewältigt habe. Und auch bergauf ist es erstaunlich zu sehen, was auf einer 0,80m breiten Skidospur möglich ist, wenn man über entsprechendes Können und Kraft verfügt. Der nächtliche Schneefall von Samstag auf Sonntag erforderte zwar eine morgendliche Extraschicht für die Skidofahrer, entschärfte allerdings die Lage deutlich. HGs Prophezeiung, dass es sich bei der Mitteldistanz um einen Genusslauf handeln werde, bewahrheitete sich auf jeden Fall und in jeder Hinsicht!

Auch wenn bei den WWMG jede*r Athlet*in für sich selber und nicht für ein Land startet, konnten wir uns über Österreicher*innen auf Medaillenplätzen freuen: mehrfach Silber für Isabel Hechl (W30), mehrfach Bronze für Julia Mathis (W30), zweimal Silber und Bronze für Bernhard Kogler (M30), mehrfach Silber für Antje Bornhak (W50), Bronze für Martina Kogler (W60) und Bronze für Kurt Maier (M75).

Alles in allem eine gut vorbereitete Veranstaltung, bei der unglaublich flexibel auf die Bedingungen reagiert wurde. Höchster Standard beim Equipement und Bahnlegung, laufende Ergebnislisten im Ziel, Markus bewährtes Fotoservice und unterhaltsame Moderation durch Wolfgang und das alles eigebettet in eine Großveranstaltung mit entsprechendem Flair und kulturellen Sideevents! Dabei sein ist alles – und es hat sich gelohnt!

Barbara

Fotos der Veranstaltung von Markus auf Flickr

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