EYSOC 2023 in Madona, Lettland

Vom 30. Jänner bis 5. Februar fand die Jugendeuropameisterschaft im Ski-OL (EYSOC) gemeinsam
mit der Europameisterschaft (ESOC) und der Junioren-Weltmeisterschaft (JWSOC) in Madona
(Lettland) statt. Für Österreich starteten Antonia Erhart und Tobias Habenicht in der ESOC, bei der
Jugend nahmen Marie Varga, Niklas Ochenbauer und ich teil. Begleitet wurden wir von Trainer
Miroslav Rygl und Lukas Scharnagl, der unter anderem unsere Ski wachselte. Als
Wettkampfgelände diente das Langlaufgebiet „Smeceres sils“, das ein breites Netz an großen
Loipen zur Verfügung stellte. Natürlich mangelte es ebenfalls nicht an Skidoo-Spuren durch den
Wald. Das ahnten wir schon beim Model Event am Montag.


Mit der Sprintdistanz begannen am Dienstag die Wettkämpfe. Null-Zeit war 10 Uhr, alle 30
Sekunden startete eine Dame oder ein Herr. Rechtzeitig stand ich in der letzten Box, bereit für das
Rennen. Es war ein gutes Gefühl, als ich den Kartenhalter schloss und loslief. Die ersten zwei
Posten waren leicht zu finden, weil sie im Gebiet vom Model Event standen. Auch bei den nächsten
paar Posten orientierte ich sauber. Das Vorauslesen gelang mir erstaunlich leicht, bis ich beim 6.
Posten hinfiel und meinen GPS-Tracker verlor. Danach fand ich nicht so gut wie vorher ins Rennen,
trotzdem passierten mir keine gröberen Fehler. Wegen der zahlreichen Hauptloipen rund um die
Arena hatte ich zwar Schwierigkeiten, die Idealrouten zu erwischen, dennoch kam ich mit 16:36
Minuten ins Ziel und landete auf dem 14. Platz!


Nach diesem erfolgreichen Auftakt folgte am Mittwoch die Mitteldistanz. Diesmal startete ich als
Vorletzter und wurde leider auf dem Weg zum 2. Posten eingeholt, nachdem ich einen Fehler
gemacht hatte. Immerhin half mir das, auf die richtige Spur zurückzukommen. Im Gegensatz zum
Sprint hatte ich beim Mitlesen auf der Karte mehr Schwierigkeiten, sodass ich ab und zu ein paar
seltsame Schlenker um die Posten herumzog. Diese Fehler waren glücklicherweise bei weitem nicht
so groß wie mein erster. Doch ein Top 20 Ergebnis konnte ich nicht nochmal erzielen und musste
mich daher mit dem 24. Patz zufrieden geben. Dazu hätte ich während dem Rennen drei Minuten
gut machen müssen.


Den Ruhetag verbrachten wir vormittags nochmal auf dem Model Event Gelände, am Nachmittag
regenerierten wir unsere Kräfte in der Unterkunft. Nach dem Abendessen besprachen wir, was uns
bei der Langdistanz mit Massenstart erwartete. Unter anderem würden die Bahnen durch
Schmetterlinge oder Diamanten gegabelt sein, mit denen war auf jeden Fall zu rechnen. Also
unbedingt genau mitzählen!


Genau das wurde mir dann zum Verhängnis, mein Rennen war dennoch spannend. Massenstart war
um 11:30 Uhr. Mein Ziel war es, dass ich von Anfang an auf mich konzentriert blieb, denn gleich
nach dem Startschuss musste schnell die erste Entscheidung getroffen werden: links oder rechts?
Ich entschied mich für rechts, was ich sofort bereute, als ich mich hinter der Kolonne auf einer
schmalen Spur einen Hügel hinaufkämpfe. Am meisten störte mich, dass man sich gegenseitig nicht
überholen konnte. Also nutzte ich die nächstbeste Gelegenheit und bog – als Einziger – auf eine freie
Loipe ab. Glücklicherweise war diese Route nicht langsamer und half mir, einen klaren Kopf zu
bekommen.


Im Verlauf des Rennens bog ich auch ein zweites Mal in eine ganz andere Richtung ab, als alle
anderen beim Posten umdrehten. Das war leider bei dem Diamanten, den ich nicht bemerkt hatte.
Wieder landete ich alleine auf einer Hauptloipe, nur dachte ich dieses Mal, dass ich alle verloren
hätte.


Als nächstes folgte ein Schmetterling mit Funkposten. Weil ich statt dem Diamanten sofort
weitergelaufen war, wurde ich in der Zielarena als führender Athlet durchgerufen. Die wahre Spitze
holte mich beim 9. Posten wieder ein. In dieser kurzen Zeit war ich mit voller Konzentration dabei,
auch wenn ich davon ausging, dass die Führung schon einen anderen Flügel des Schmetterlings
hinter sich hatte.


Leider beschädigte ich auf dem Weg zum 16er schließlich einen Teil von meinem rechten Ski, der
von da an die letzten 6 Posten durchgehend bremste. Somit war ich schon darauf eingestellt, dass
der Lauf umsonst war, doch mein Fehlstempel übertrumpfte das. Ich hatte die ganze
Dreiviertelstunde lang nicht gecheckt, dass der erste Posten Teil eines Diamanten war! Also kam ich
nach all den Strapazen nicht in die Wertung. Dass ich dafür einen Ski verschwendet hatte, ärgerte
mich aber noch mehr.


Erfreulicherweise erzielten meine Teamkollegen alle ein Top 20 Ergebnis! Im Nachhinein betrachtet
habe ich immerhin etwas von der Erfahrung gehabt, wie es ist, wenn man bei der Spitze mitläuft.
Nach diesem Desaster war ich froh, bei der Staffel nicht den Massenstart übernehmen zu müssen.
Als Zweitläufer durfte ich mich natürlich nicht wieder verstempeln.


Die Startstrecke übernahm Niklas für das Österreich Team. Er meisterte sie nicht nur ohne Fehler,
sondern kämpfte auch vor Estland und der Ukraine um das Diplom. Außerdem war er dicht dran,
Lettland 2 zu überholen. Somit lag es an mir, das zu halten. Ich lieferte einen sehr stabilen Lauf ab
und versuchte mich zu pushen, wo es ging. Überholen konnte ich eine Mixed Staffel, außerdem
vergrößerte ich den Abstand auf Estland. Marie stand bei der Übergabe schon in den Startlöchern.
Auf der Schlussstrecke hatte sie es nicht leicht gegen die männliche Konkurrenz, doch zum 1.
Posten holte sie gleich Lettland 2 ein. In der Arena beobachteten wir begeistert auf dem GPS, wie
sie ihre Position hielt, allerdings holte der Schlussläufer der Esten allmählich auf. Erst beim 13.
Posten entschied sich das Rennen: während Marie diesen ansteuerte, stürmte der Este direkt ins
Ziel.


Somit war der 6. Platz von 10 Staffeln gesichert! Vor uns lag noch eine Mixed Staffel, weswegen
wir in der offiziellen Wertung den 5. Platz vor der Ukraine belegten. Unsere Freude war groß, als uns bei der Closing Ceremony die Diplome überreicht wurden. Ein unglaublicher Abschluss einer unglaublichen Woche!


Bevor wir zurückflogen, feuerten wir am Sonntag noch die Mixed Sprint Staffel von Antonia und
Tobias an. Danach waren die Wettkämpfe zu Ende.


Meine Erlebnisse in dieser kurzen Zeit waren zahlreich, von dem gelungenen Einstieg beim Sprint
bis hin zu dem „Tiefpunkt“ bei der Langdistanz. Jedoch gipfelten am Schluss die Erfolge eindeutig
mit dem Diplomplatz in der Staffel!


Ich bin froh, dass ich so eine intensive Ski-O Saison trotz dieses schneearmen Winters haben durfte.
Die Trainingslager habe sich für mich auf jeden Fall ausgezahlt. Ich bedanke mich bei allen, die mich unterstütz haben (beim Training, bei der Vorbereitung, beim Mitfiebern, …)!

Maximilian R.


Ergebnisse, GPS & Fotos findet man hier:
https://orienteering.sport/event/european-ski-orienteering-championships-2/sprint/

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